Zurueck…

admin | April 8th, 2005 - 15:29

Meine Family ist wieder wohlbehalten in Deutschland angekommen – so finde ich jetzt Zeit, einen kleinen Eintrag zu verfassen.

Es waren wirklich 2 sehr schoene Wochen und es hat Spass gemacht, sie durch das Land zu fuehren und alles zu zeigen – auch wenn nicht immer alles 100%ig geklappt hat, aber das gehoert denke ich dazu. Wir haben im Prinzip alles gesehen, was es in Jordanien zu sehen gibt (diverse alte Burgen, roemische Ruinen, Petra, Wadi Rum mit unglaublichen Felsformationen, Amman, das Jordantal, das Tote Meer – und natuerlich noch Aqaba). Wenn man seine Familie 7 Monate lang nicht gesehen hat ist es jedenfalls ganz schoen, sie wieder um sich zu haben. Bis zum naechsten Wiedersehen dauert es jetzt aber auch nicht mehr lange – das Ende meines Aufenthaltes rueckt immer naeher.

Ich bin uebrigens auch ganz froh, ein paar meiner Sachen, hauptsaechlich Winterklamotten, los geworden zu sein – immerhin hatte ich schon auf dem Hinflug Uebergepaeck. Unschoen fand ich es, wie meine Schwester teilweise angebaggert wurde. Wenn man nach Italien oder Spanien reist, mag das noch angehen – in einem muslimischen Land, in dem Maenner so etwas nicht duerfen und es sich bei einheimischen Frauen nie trauen wuerden, ist es schon unverschaemt und inakzeptabel. Wobei die Touristen nicht gerade dazu beitragen, das Bild des Westens zu verbessern. Jedenfalls ist dies ein weiterer Punkt, der die Zweiseitigkeit dieser Gesellschaft zeigt.

Vorgestern waren wir mit Julian, einem Volontaer aus dem Libanon, und Ingo, Evas Brieffreund, in einem kleinen Canyon am Toten Meer. Hier schlaengelt sich ein kleiner Fluss durch. Scheint von einer heissen Quelle zu kommen, das Wasser ist sehr warm. Es ist sehr schoen dort, aber ich habe es natuerlich geschafft, ins Wasser zu fallen, weil ich auf einem glitschigen Stein ausgerutscht bin. So war ich dann ziemlich komplett nass. Dummerweise hatte ich Geld in der Hosentasche, sowie mein Handy und meine Digitalkamera. Das Glueck im Unglueck war dann, dass ich blitzschnell reagiert habe und dass meine Kamera in einer Tasche drin war. So war sie leich feucht, geht aber noch. Das Handy ist spritzwassergeschuetzt und hat deswegen auch nichts abbekommen – ich hatte schon ziemlich Angst. So war am Ende nur ich nass, war aber nicht schlimm, da es sehr warm war. Der Fluss ist so flach, dass man Barfuss problemlos drin rumlaufen kann, aber es gibt halt schon Stellen mit Stroemung und welche wo man leicht ausrutschen kann. Immerhin habe ich die anderen erfreut ;-)

Was gibt es sonst… gestern war ein Anschlag in Kairo, in Khan al Khalili. Auf diesem Markt sind wir erst im Januar herumgelaufen. Soetwas erinnert einen dann doch immer wieder, in welcher Region man sich befindet – selbst en vermeintlich sicheres Land wie Aegypten ist nicht gegen Anschlaege gefeit. Ich frage mich, wie es in Zukunft weitergehen wird.

So, ich schliesse fuer heute. Sitze naemlich gerade unten im Office von Musa, und hier wird gleich zu gemacht. Ach ja, es gibt um die 50 neue Bilder, von Dana (endlich), von Evas Party, die sie mit den Kleinen gemacht hat und vom Marathon, der hier auf dem Gelaende statt gefunden hat. Viele liebe Gruesse in die Heimat, euer Sebastian

PS: verzeiht mir die Umlaute und das Sz, geht hier an diesem PC nicht.

wieder zurück in der schneller-schule

admin | Dezember 26th, 2004 - 18:01

so, dann berichte ich mal kurz, wie wir weihnachten nun genau verbracht haben.

also, wie schon gesagt, waren wir am freitag nachmittag im gottesdienst der deutschen gemeinde – leider eine stunde zu früh, so dass wir ein wenig warten mussten, war aber nicht tragisch. wirklich viele leute waren nicht da, aber das ist auch kein großes wunder. die meisten deutschen in amman sind frauen, die jordanier geheiratet haben, und sehr viele haben dann zum islam konvertiert. die gemeinde hat natürlich keine eigene kirche, deswegen war der gottesdienst auch verhältnismäßig früh, da nach unserem noch ein weiterer gottesdienst war.

danach sind wir zu 8 in musas opel kadett nach al fuheis gefahren :-D ist kein so großer weg, 15 min vielleicht, und da ging das dann. bei den jordaniern ist sowas ja auch üblich, wenn auch verboten. interessiert die polizei aber nicht so arg, wie es scheint. in fuheis war dann auch endlich mal was von weihnachten zu sehen, da hier ja fast nur christen leben: lichterketten überall. manchmal eindeutig zu viel des guten – generell stehen die jordanier ja auf blinkende ketten in allerlei farben, die zu allem überfluss auch noch die blinkweise ändern – mal gar nicht, mal schnell, mal langsam… macht eher verrückt, als eine besinnliche stimmung zu erzeugen. der baum der familie munaizel hatte aber keine blinkende kette, was ich auch nicht erwartet hätte. leider war der baum aus plastik, da echte bäume hier einfach wahnsinnig teuer sind (wohl um die 220 euro für ne normale größe, ob die angabe stimmt weiß ich aber nicht, kommt von einem der jungs aus steffens family). so oder so zu teuer, also muss man auf plastik umsteigen. der nadelt wenigstens nicht! das raclette-essen war sehr schön, irgendwie hat man sich wie in deutschland gefühlt. es war sowieso toll, dass wir eingeladen wurden, es gab eine richtig familiäre atmosphäre und war ein sehr schöner abend.

in jordanien ist es üblich, dass man sich am 1. und 2. weihnachtsfeiertag gegenseitig besucht, und zwar schon morgens. war also nix mit ausschlafen. ich lag im wohnzimmer auf dem sofa, steffen im salon (hat jedes arabische haus, der raum, in den man die gäste führt) auf ner matratze. wir wollten um halb 9 aufstehen, da die ersten gäste gegen 9 kommen sollten. viel zu früh! allerdings klingelte es bereits um 8:20, und musas bruder stand im wohnzimmer, guckt mich entsetzt an und sagt: “it’s christmas day! eight thirty! and you are still sleeping?” steffen dachte auch, es wären die ersten gäste, nicht nur musas bruder, und ist wohl hektisch in seine sachen gesprungen, völlig umsonst, wie sich ja herausgestellt hat, denn 5 min. später war er wieder weg… bis 10 hätten wir ohne probleme schlafen können.

mittags sind wir dann mit zu musas eltern zum essen, wir wollten erst nicht so gerne, weil es mansaf gab und wir von reis nun wirklich genug hatten. so wären wir vorm tv sitzen geblieben und hätten uns pizza kommen lassen… als musas kinder das mitbekommen haben wollten sie dann auch dableiben, und so mussten wir dann mit. war aber eigentlich eine ganz gute entscheidung, auch wenn das mansaf wirklich nicht so unser fall ist.

abends hatten wir dann probleme, zur kulturreferentin der botschaft, wo wir ja eingeladen waren, zu kommen. wir hatten leider die anfahrtsbeschreibung samt telefonnummer in der schneller-schule vergessen… schließlich haben wir den notdienst der deutschen botschaft angerufen, unsere nummer durchgegeben und gebeten, er möge frau rudolph anrufen, damit sie uns zurückrufen kann. 5 min. später hat dann tatsächlich das tel. geklingelt ;-) der abend war ganz nett, es war u.a. ein mitarbeiter der chilenischen botschaft da, und auch sonst interessante leute. wir haben uns gut unterhalten, auf englisch, ich war ganz erstaunt, dass ich mich doch ganz gut ausdrücken kann inzwischen. einen neuen kontakt haben wir auch geknüpft, zu einem jordanier der auch ein wenig deutsch kann. hat sich auf jeden fall gelohnt.

so, wir sitzen jetzt hier und warten auf die libanesen ;-) – mal schauen, wann sie kommenn. viele liebe grüße und noch einen schönen 2. weihnachsfeiertag!

petra im regen, südafrika und mehr

admin | November 28th, 2004 - 17:17

so, endlich komme ich dazu, mal über petra zu berichten. eigentlich müsste ich gerade arbeiten, aber ich habe frei bekommen, da sebastian aus salt uns einen überraschungsbesuch abgestattet hat und ich so bis eben mit ihm was gemacht hab. es sind gerade 4 schweizer da, die hinten auf dem campingplatz mit 2 jeeps stehen – 2 paare, die sich zufällig auf ihrer tour nach südafrika (!) getroffen haben. war schon interessant, sich mit ihnen zu unterhalten. sie haben sich insgesamt 1 jahr auszeit genommen und wohl sehr lange darauf gespart. ich finde es jedenfalls total super, sowas zu machen. solche erlebnisse kann einem keiner mehr nehmen. andere sparen halt auf ein auto, aber so eine reise ist doch nicht damit zu vergleichen.

aber zurück zu petra. wir hatten nur 2 stunden zeit zur besichtigung, was ja nun wirklich nur für einen flüchtigen eindruck reicht – es hat sich aber gelohnt. die busfahrt dauerte ca. 4 stunden. vor ort haben wir dann erfahren, dass wir nur kurz reingehen können, aber das war dann ersteinmal egal, da man ja gespannt war und weil es uns nichts gekostet hat. um halb 2 sollten wir zurück am eingang sein, da es dann etwas im restaurant zu essen gab. so liefen wir ziemlich ahnungslos rein… sehr beeindruckend, aber schwer zu beschreiben. ersteinmal läuft man schon ne halbe stunde, bis man vor dem schatzhaus steht, evtl. sogar mehr. das schatzhaus dürfte vielen aus indiana jones bekannt sein, fotos gibt es später. es ist das beeindruckendste und berühmteste “gebäude” in petra. die gesamte stadt ist aus dem fels gehauen, also riesige räume etc. – und das vor 2000 jahren, unglaublich, dass menschen damals soetwas vollbringen konnten. der weg hinein ist auch sehr beeindruckend, da man durch eine relativ enge schlucht läuft, wo es links und rechts doch recht steil nach oben geht.

viel zeit hatten wir drinnen ja nicht, und als es dann anfing zu regnen, wollten wir uns auch nicht groß unterstellen, damit wir wenigstens einen kleinen eindruck bekommen konnten. es hat dann auch wieder aufgehört zu regnen, aber nur sehr kurz, bis es dann wieder ordentlich weiter ging. hier mussten wir den rückweg antreten, da wir schon knapp dran waren, was die zeit betrifft. es waren vereinzelt kleine wasserfälle zu sehen, was wir ganz witzig fanden… an einem rand war ein kleiner fluss, was auch noch interessant war – bis wir dann um eine ecke kamen und der gesamte weg ein einziger fluss wurde. unsere schuhe waren praktisch sofort durchnässt. letzten endes kam das wasser dann von oben und von unten, es war einfach unglaublich. der gesamte hinweg in dem siik, der schlucht, war voll mit wasser, so hoch, dass man die schuhe nicht sehen konnte… so sind wir also alle rausgewatet und wurden immer nässer. uns kamen sogar noch touristen entgegen, das war quasi das unglaublichste :-D

jedenfalls kamen wir fast völlig durchnässt (die jacke hat auch nicht dichtgehalten) und zu spät im restaurant an, wo wir hungrig alles runtergeschlungen haben, was das buffet so zu bieten hatte. dummerweise war es wirklich arschkalt, denn wir waren ja nass… und das wetter hier ist in den letzten 2 wochen drastisch schlechter geworden, was ich noch gar nicht erwähnt habe hier. gestern waren es 5-9 grad in amman. soll aber wieder wärmer werden. egal, jedenfalls habe ich meine hose auf der toilette ausgezogen und ausgewrungen, die anderen beiden auch. es ist ja ein seminar gewesen, dessen teilnehmer einen ausflug gemacht haben, und die wollten eigentlich noch tagen in petra, aber das haben sie dann sein lassen, und so sind wir dann zurück. allerdings waren wir seit ca. 13 uhr an den füßen nass und kamen dann erst um ca. 20:15 in der schneller-schule an – ihr könnt euch ja denken, wie angenehm die busfahrt war *bibber*… ich habe meine schuhe ausgezogen, weil das wasser drin stand, das war nicht auszuhalten. irgendwie haben wir es dann geschafft, und ich bin auch nicht krank geworden glücklicherweise.

gestern haben wir erfahren, dass 3 italiener in petra ertrunken sind, 15 mussten ins krankenhaus, und 150 leute mussten sie bergen, weil sie nicht mehr rauskamen. das wasser im siik soll bis zu 60 cm hoch gewesen sein, bei der geschwindigkeit, mit der es geflossen ist war das schon ein reißender fluss… und das gelände ist ja riesig, wer weiß in welchen teilen es die leute erwischt hat, da gibt es ja auch engere schluchten, wo man bei so wassermassen dann unweigerlich mitgerissen wird. wir hatten also ziemliches glück. im sommer ist soetwas nicht zu erleben, weil es halt nicht regnet. so, das wars zu petra, sehr abenteuerlich, das ganze.

hier an der schule ist die heizung übrigens nur 3 stunden am abend an, und nur in dieser zeit gibt es warmes wasser, ansonsten muss man kalt duschen und auch ansonsten frieren. die schule muss halt geld sparen. ich springe deswegen mal gleich unter die dusche, solange es warm ist :-D wir werden uns wohl so kleine heizer kaufen, die man in die steckdose stecken kann, 10 JD das stück, das ist nicht teuer, und wir können es uns warm machen wann wir wollen. das wird die schule dann zwar einiges an strom kosten, aber frieren ist definitiv keine alternative. ansonsten bin ich die letzten tage echt mit meiner winterjacke in der familie gewesen, beim essen, und auch sonst – es ist einfach zu kalt ohne. schon traurig, wenn die kinder morgens mit mütze aufm kopf frühstücken müssen und irgendwo an einer idiotischen stelle gespart wird – wie mit dem essen, was teils immer noch fast ekelhaft ist. es kann halt nicht alles toll sein!

petra (aus jordanien)

admin | November 25th, 2004 - 17:11

freitag geht es nach petra (nein, das ist keine frau! ;-) ). wenn auch nur für einen tag, aber egal. dafür bekommen wir mal einen eindruck von der haupt-touristen-attraktion hier… bekannt allen aus indiana jones, die stadt in den felsen. es ist gerade so ein umweltseminar hier an der schule, und die fahren morgen da hin, was wir natürlich gnadenlos ausnutzen :-)

der sprachkurs ist bisher so so la la, weil wir eigentlich alles schon können bisher, der ausspracheteil relativ dämlich ist und es zu langsam geht… dann haben wir noch 3 verschiedene lehrer, und 2 davon sprechen nicht so gut englisch. aber ich denke, es bringt insgesamt dann doch einiges. ich melde mich wieder nach petra!

zu hause bei mohannad

admin | November 5th, 2004 - 19:46

nun habe ich groß angekündigt, dass ich gleich zu 2 kindern gehe, und was war? ich war natürlich nur bei einem. ich hatte einfach keine zeit mehr, noch zu khader zu gehen, und so war ich nur bei mohannad. hier noch was zum namen: der ist christlich, wäre er muslimisch, hieße es mohammad. man lernt hier so einiges! es war ein sehr schöner tag, bis jetzt die “beste familie”, bei der ich war. eigentlich will ich ja kein ranking einführen, es geht ja auch darum, die hintergründe kennen zu lernen, aber die eltern sind einfach sehr sehr nett, und sie sprechen ein paar brocken englisch, so dass ich doch nicht nur schweigend dasitzen musste :-D … sie haben wohl nicht so wahnsinnig viel geld, kein wunder bei 4 kindern – deshalb sind 3 davon auf der schneller schule. ich habe mit dem vater argile geraucht, und wir haben viel gelacht. war ein schöner nachmittag. später kamen noch bekannte, die auch sehr nett waren. zudem hab ich noch playstation gespielt (ich habe mich ganz gut geschlagen) und wir haben ein wenig tv geguckt, englisch mit arabischen untertiteln (malcom mittendrin und full house). auch ganz witzig. sie sind am ende sogar mit in den bus gestiegen und haben mich bis zur pforte der schule gebracht, das fand ich schon sehr nett, wenn auch nicht nötig. ich hatte diesmal ein paar fotos mit, von fritzlar und von unserem haus und meiner familie, die wurden ganz begeistert angesehen, hat ihnen sehr gefallen. kein wunder, der unteschied ist deutlich zu sehen, und die jordanier fahren ja auf alles ab, was grün ist – wer verdenkt es ihnen bei ihrer landschaft… :-D – wobei ich zur zeit die wüste recht reizend finde. aber das wohl auch nur nur, weil ich nie in so einer gegend gewohnt habe, nach ner zeit werde ich mich sicherlich nach wiesen und wäldern zurücksehnen.

sonst ist hier alles beim alten, wir haben erfahren, dass wir nach ramadan nur eine halbe woche ferien haben statt einer ganzen (seufz), morgen wird wohl viel gegammelt und gelesen bzw geschrieben… habe ein paar briefe und postkarten fertig, mal sehen, wann ich zur post komme. mittwoch war übrigens feiertag, das habe ich ganz vergessen zu erwähnen. der mann von einer der jordanischen prinzessinen (vielleicht gibt es auch nur die eine, weiß nicht genau) ist am dienstag gestorben. deswegen war dann am mittwoch keine schule und viele läden zu, und alle fahnen waren auf halbmast… nun ja. in deutschland nicht denkbar, wie das die wirtschaft runterziehen würde… ;-)

so, das wars erstmal aus dem wieder sehr warmen jordanien!

regen und abenteuerliche autofahrt in amman

admin | Oktober 29th, 2004 - 14:12

gestern hat es zum ersten mal seit dem 15. februar (!) in amman geregnet. das war ein chaos, und das will was heißen, wo das autofahren hier sowieo eher ein abenteuer ist… eine staubige straße, auf die es regnet, wird ein wenig glatt, und so sind die autos alle eher langsam gefahren… z.b. 40 statt 80, und auch unfälle waren am straßenrand zu sehen, wo wohl einfach autos ineinander gefahren waren. alles in allem schon merkwürdig. aber ich habe mich gefreut, nach 2 monaten mal wieder regen zu sehen, das ist ja schon komisch für einen deutschen, wenn es nie regnet :-D

dafür ist es jetzt so kalt, dass ich nicht mehr mit kurzer hose und t-shirt rumlaufen kann, was mir ein wenig missfällt, ich hoffe doch, dass es wieder ein wenig wärmer wird. als es anfing zu regnen, befanden wir uns gerade in issas auto, weil er mit uns einkaufen gefahren war… es war ein abenteuer. allerdings war das auch die fahrt ohne regen, da mittendrin plötzlich die fahrertür aufging, es reinregnete, die rückbank wackelig ohne ende ist, man hinten, wenn man nach unten guckt die straße sehen kann, weil ein loch drin ist… die seitenverkleidung der fahrertür fehlt ganz, irgendwie ist das auto ein fahrender schrotthaufen. aber issa liebt seinen 200er mercedes, baujahr 76. trotzdem sollte man wohl nicht zu oft mitfahren, auch wenn issa tatsächlich ein sehr guter fahrer ist (fragt jemandem auf dem schulgelände: who is the king of the road? – die antwort lautet immer issa zoumot :-D

gestern waren wir also im safeway einkaufen, dann noch bei issas schwester zum tee trinken, und abends schließlich wieder in der christian community, wo bingo-abend war. ein blödes spiel. lustig wars trotzdem, vor allem, weil die beiden freiwilligen aus salt, sebastian und david, auch da waren.

heute haben wir den tag lang eher gegammelt, ich habe briefe und postkarten geschrieben, und wir haben uns ein leckeres essen gemacht. ich werde noch profi im bratkartoffel-machen auf meine alten tage. dazu gabs rührei, das war unglaublich lecker und mit das beste, was ich seit 2 monaten gegessen habe… ein stückchen deutschland in unserer küche, sozusagen. ist mal was anderes als reis, den es ja leider jeden mittag gibt.

morgen gehen wir wohl mit zu musa, helfen noch ein wenig beim einrichten und pennen dann da bis montag, so dass wir sonntag noch einen ausflug mit ihm und seiner family machen können. seine frau wird hoffentlich nudeln machen, so dass wir dieses wochenende mit dem essen echt verwöhnt werden. so, ich schließe mal für heute, muss noch ein paar bilder hochladen (!), und dann wollen wir noch einen film anschauen.

fastenzeit!

admin | Oktober 15th, 2004 - 20:43

tja, ab heute ist ramadan, das heisst von sonnenauf- bis untergang nichts trinken und nichts essen.

wir haben uns nicht dran gehalten.

naja, wir sind ja schließlich keine moslems! wir haben uns heute an bratkartoffeln versucht, war nicht so ganz erfolgreich (wenn männer kochen…), aber hat trotzdem geschmeckt. einen biervorrat haben wir uns auch angelegt, da man während des ramadan keinen alkohol kaufen kann. das trinken und essen in der öffentlichkeit ist tagsüber verboten, wenn man dabei erwischt wird gehts wohl ab auf die nächste polizeiwache… hier auf dem schulgelände aber kein problem.

gestern abend waren wir wieder auf der party in der christian community, war wieder ganz lustig. sebastian, ein freiwilliger aus salt, war auch mit, so dass unsere runde mal ein wenig frischen wind bekam ;-) . lustig war auch die odysse, wie wir hinkamen, da der taxifahrer es nicht wusste, und wir dann durch die straßen gelaufen sind und lauter leute fragen mussten, bis wir es schließlich gefunden hatten. aber alle waren sehr nett und hilfsbereit.

vorgestern waren wir in salt bei der einrichtung für gehörlose kinder. sehr schön, und man sieht, was man an der schneller-schule alles verändern kann bzw. muss. dann waren wir noch bei musa zu hause. ein wirklich schönes haus in schöner lage, muss ich schon sagen. wir haben noch seine mutter und seinen vater sowie andere seiner verwandten kennen gelernt. in fuheis, dem ort, wo er wohnt, ist er mit mind. 3500 leuten verwandt, es ist eine der größten familien da. wahnsinn, durch die straßen zu fahren, und er sagt ständig: da wohnt der und der, und da die und die, und der laden gehört dem und dem aus meiner familie. abends waren wir noch gut essen und dann auch ziemlich müde, weil es schon ein anstrengender tag war.

heute abend sind wir bei meinem erzieher zum barbecue eingeladen. ach ja, ab heute haben wir hier in jordanien genau die selbe zeit wie in deutschland, genau 2 wochen lang, bis bei euch die uhr umgestellt wird. so, ich sehe mal, was steffens vanillepudding macht…

rauchen. rauchen hilft.

admin | Oktober 9th, 2004 - 20:08

so heißt es zumindest in knockin on heavens door. stimmt aber nicht! die wasserpfeife donnerstag abend im wadi rum hat mir nicht wirklich gut getan, meine stimme ist weg. ich verstehe es zwar nicht, aber nun ist es eh egal… wird noch lustig, wenn gleich die kinder kommen, denn nun kann ich sie ja gar nicht mehr bändigen, wenn ich noch nicht mal mehr etwas sagen kann. naja, wird hoffentlich morgen besser sein, heute ist es schon ein wenig besser als gestern.

der trip nach wadi rum und aqaba war sehr gut. sonnenaufgang im wadi rum ist schon was tolles, und mit dem jeep da rumzufahren an sich ist auch schon ganz schön. in aqaba haben wir 5 stunden am strand rumgegammelt und sind schwimmen gegangen etc… bilder gibt es später. war sehr schön, im schatten zu liegen und das treiben zu beobachten. schließlich waren wir noch essen und einkaufen, da in aqaba alles billiger ist (steuerfreie zone). jetzt haben wir einen kleinen biervorrat, extra für den ramadan, denn da wird kein alkohol verkauft. a propos ramadan: der fängt am 16. oktober an, dauert einen monat und tagsüber steht das öffentliche essen und trinken unter strafe. andere länder, andere sitten!

die reisegruppe, mit der wir weg sind, waren lauter lehrer von einer schule… waren sehr nette und sympatische leute dabei, aber es war im bus schon sehr anstrengend (man fährt 4 stunden bis aqaba), da sie ständig am singen, klatschen und trommeln waren… die scheinen nie müde zu werden. wir überlegen, ob wir im november, wenn wir eine woche frei haben, mit ihnen für 4 tage nach syrien gehen, für 60 jd… das ist unschlagbar günstig, aber es ist zwischendurch halt schon nervig mit so viel lauten und dauer-fröhlichen menschen *g*.

skorpione!

admin | September 25th, 2004 - 18:45

heute war ein schöner tag.

allerdings wurde ich ein wenig geschockt, als mir einer meiner jungs erst eine ziemlich sehr große spinne unter die nase gehalten hat – auch wenn sie in nem plastikbeutel war, es war doch ziemlich abartig. es kam aber schlimmer, denn er hat sie in ein glas gesteckt, in dem ein schwarzer skorpion drin war. das teil war ca. 4-5 cm lang und sah natürlich irgendwie sehr gefährlich aus. die teile laufen also wohl auch in jordanien rum. bis jetzt habe ich ja keinen gesehen, aber ich muss auch nicht wirklich… uaah. er wollte ihn für ein schulprojekt benutzen, aber issa hat schliesslich wasser in das glas gekippt und den skorpion ertränkt. irgendwie hat er wohl versucht, sich mit dem stachel selbst zu töten, keine ahnung, ob es geklappt hat.

jedenfalls hat eva jetzt große angst, ich und steffen sehen es eher locker, auch wenn wir uns abends nicht mehr einfach in die botanik setzen werden. wir fragen aber erstmal musa, ob der was weiß, wie gefährlich und wie aktiv sie sind. normalerweise haben sie wohl mehr angst vor uns als umgekehrt. eben gerade habe ich noch gelesen, dass die mehrheit der skorpionarten für menschen ungefährlich ist, insofern ist es evtl. echt nicht so tragisch.

so, ich gehe ins bett, bin hundemüde, sonst is alles beim alten, die arbeit mit den kindern hat heute großteils echt spaß gemacht, aber ich bin jetzt echt fertig

arm und reich in jordanien: unglaubliche erlebnisse

admin | September 25th, 2004 - 14:34

die letzten 2 tage beinhalteten einen krassen gegensatz.

donnerstag hat es endlich geklappt, und ich bin mit zu einem meiner jungs nach hause. aller guten dinge sind halt 3. steffen und eva sind beide mit, da sie eh nichts vor hatten. wir waren dann doch überrascht, als wir bei ihm zu hause angekommen waren – absolut ärmliche verhältnisse. einen eindruck bekommt man auf den bildern, aber die lade ich erst später hoch, habe im moment dazu keine zeit. jedenfalls bröckelt drinnen der putz von den wänden, es scheint keine heizung zu geben (ich weiß nicht, was sie im winter machen), die küche war eher eine kochstelle, und das klo war nur so ein ding, was im boden eingelassen ist und wo man hocken muss… die schlafen auf matratzen, die tagsüber an die wand gelehnt werden, damit in dem raum platz ist. schon wahnsinn, wenn man das sieht, und dann zum beispiel mit deutschland vergleicht – uns geht es echt seeehr gut. aber selbst die schneller-schule, bei der einiges für meinen geschmack in zu schlechtem zustand ist ist dagegen noch in einem guten zustand. die familie ist eine muslimische mit mind. 5 kindern (mehr haben wir nicht zu gesicht bekommen). 2 der söhne sind auf der schneller-schule. der vater war nicht da, aber der großvater, der leider kein englisch konnte. war sehr lustig, aber auch schade, weil man sich im prinzip über fast nichts unterhalten konnte. die kinder können ja auch nur einzelne brocken englisch, eher einzelne wörter. zu essen gabs dann mansaf, das nationalgericht, also eine große schüssel reis mit hühnchen drauf. die stand auf dem boden (wir saßen auf so polstern) und jeder konnte mit seinem löffel reingehen und essen. der opa hat sich nichtmal die mühe gemacht, den löffel zu nehmen, sondern mit den fingern reis gegriffen, in der hand zu nem ball geformt und dann in dem mund geschmissen – war echt ein unglaublicher anblick :-D . später haben wir dann volleyball im wohnzimmer gespielt, also und den ball zugeworfen… um 4 sind wir dann los, weil wir ja abends noch einen termin hatten.

abends waren wir dann also in der christian community in amman, wo eine party war. party bedeutet in dem zusammenhang ein großer raum mit ganz vielen gartentischen und -stühlen, einer tanzfläche und einem dj. wir haben ganz gemütlich zusammengesessen, bierchen geschlürft und auch mal getanzt – kurz zu arabischer musik, und dann kam englische. ihr werdet nie erraten, welches lied u.a. kam: aqua mit barbie girl. wir hatten jedenfalls unseren spaß… übrigens sind da alle altersklassen vertreten, ist eigentlich ganz cool.

freitag mittag war ich mit eva in amman, um ein paar sachen zu kaufen. das an sich ist nicht sonderlich erwähnenswert, aber auf der rückfahrt im bus (ja, wir haben es dank netter jordanier, die uns sofort geholfen haben, geschafft, den richtigen zu nehmen) saß vor uns und rechts von uns je ein palästinenser, die beide supernett waren (der eine wollte uns schon zu sich einladen, da mussten wir aber aussteigen – vielleicht nicht sooo tragisch in anbetracht der tatsache, dass er wie ein taliban aussah *lol*). leider gings dann irgendwann um ein leidiges thema: “we love all the german people. do you know why? we have the same enemy.” naja, sind halt palästinenser gewesen, der israel-hass ist entsprechend groß… die waren echt sehr sehr freundlich, aber sie haben halt diese meinung, und sie ist nicht richtig, aber es ist irgendwie auch verständlich, jedenfalls teilweise. natürlich nicht, dass sie hitler toll finden, aber wie soll man es ihnen erklären? als er mich dann fragte, was ich zu bombenattentaten der hamas sage, meinte ich, dass ich es nicht in ordnung finde, wenn unschuldige menschen sterben müssen, dass ich aber die politik israels auch nicht gutheiße. er meinte, es sei “self-defence”. außerdem erkennt er den staat israel an sich nicht an. hier merkt man deutlich, wie groß das problem mit israel und der arabischen welt ist… eva war froh, als wir aussteigen konnten, ich fand alles nicht so wild und ganz interessant. vor allem war es ja klar, dass uns früher oder später jemand sowas erzählen würde.

gestern abend waren wir im regency, einem fünf-sterne-hotel, auf einer hochzeit eingeladen. das haben wir aber erst mitbekommen, als wir da waren, wir dachten erst, es sei ein geburtstag… die info von najib, dem housefather und damit chef des internats hier war irgendwie wohl nur so so la la. ich war ein wenig underdressed, in anbetracht der tatsache, dass alle nen anzug anhatten, und ich nicht meinen – aber immerhin lederschuhe und n weißes hemd ;-) . hat uns aber keiner krumm genommen.

wir waren schonmal bei der schwester von najib zu hause eingeladen. die lebt eigentlich mit ihrem mann in den usa, kommt aber immer wieder her. ihre tochter hat geheiratet, und obwohl wir die vorher nur einmal gesehen haben haben sie uns eigenladen…wir wurden natürlich erstmal komisch angeguckt, aber alle leute waren sehr nett… war eine sehr große gesellschaft. an unserem tisch saß shadi. najib ist sein onkel, und er studiert in amman irgendwas mit computer, ist 22 und sehr nett. normalerweise lebt er in quatar. ansonsten saßen noch diverse junge frauen an unserem tisch, die irgendwie verwandt waren, fragt mich nicht. wir durften dann erstmal gleich am anfang schon tanzen, natürlich zu arabischer musik, was sehr lustig war. ich glaube, wir haben uns ganz gut geschlagen. es hat jedenfalls sehr viel spaß gemacht. wahrscheinlich waren wir ca. 1/3 der zeit von 8 bis 1 am tanzen. ansonsten konnten wir uns zu trinken bestellen, was wir wollten (was auf pepsi hinauslief), und irgendwie stapelten sich am anfang bei uns lauter whiskey-gläser, die wir unmöglich alle trinken konnten… wir haben sie nicht bestellt, aber najib hat wohl dem kellner gesagt, die special-guests aus germany mögen doch bitte ne extra-wurst kriegen. es gab ein großes buffet, inkl. nachtisch und davor natürlich vorspeise. die hochzeit war irgendwie besser als bei einer deutschen, die stimmung viel gelöster, jung und alt am tanzen, ansonsten viel stimmung an den tischen, wo auch mal aufgestanden und um den tisch getanzt oder einfach nur mitgeklatscht wurde. leider gab es dann vor der tür 2 kämpfe und einer hatte sowas wie nen herzinfarkt, was die stimmung ein bisschen gedrückt hat. ich muss nachher mal najib fragen, was los war. normalerweise passiert sowas aber nicht ;-) das ganze wurde ständig gefilmt und auf eine große leinwand übertragen, ich hoffe, wir können irgendwie an eine kopie des bandes kommen, falls es denn auch an gäste gegeben wird, das wäre ganz schön, auch, damit ich es mal zeigen kann.

und so waren wir nach einem monat auf der hochzeit in der high society. das ist auch der krasse gegensatz im vergleich zum vortrag bei abdallah, die hochzeit hat mit allem drum und drann bestimmt tausende dinar gekostet… natürlich haben wir gleich mal telefonnummern ausgetauscht und emailadressen, mit shadi, und mit raowen (sehr schwer schon zu sprechen, zu schreiben noch mehr :-D ). ersterer will mit uns mal bowlen oder schwimmen gehen oder generell was unternehmen, und letztere war einfach nur supernett, auch wenn sie wenig englisch konnte, so dass wir mit ihr in kontakt bleiben wollen und sie, wenn möglich, nochmal treffen wollen. aber wir werden sehen…

so, ich denke, ihr hattet jetzt genug zu lesen, ist ne menge, aber das ging jetzt nicht kürzer… ich muss gleich mal los, gucken, wann die jungs kommen, ich denke in ner stunde, dann geht der stress wieder los ;-) – naja, alles halb so wild. meinem fuß geht es im übrigen besser, aber er tut noch leicht weh. also, viele grüße nach deutschland aus dem immer noch heissen jordanien (ca. 35 grad)!