Dahab!

admin | Januar 29th, 2005 - 18:25

Wer den Ort nicht kennt, kein Wunder – es ist ein Touristen-Kaff  85 km noerdlich von Sharm-el-Sheik, was euch eher ein Begriff sein duerfte. Wir sind also an der Kueste des Roten Meeres, uebermorgen nehmen wir dann einen Bus nach Nuveiba, von wo aus die Faehre nach Aqaba faehrt, wo wir nochmal eine Nacht pennen wollen, bevor wir dann zurueck nach Amman kommen.

Hier ist es wie ich es erwartet habe, halt total auf Touristen ausgelegt, morgen werden wir einen ganzen Tag am Strand einlegen, mit Schnorcheln (wir sind ja hier im “Taucherparadies”), heute sind wir nur rumgelaufen und haben nur die Wassertemperatur gecheckt. Zum Baden langts wohl. Ansonsten ist es schoen warm hier, man kann locker mit T-Shirt und kurzer Hose rumlaufen. In Luxor war es gestern noch waermer. Unser Hotel ist auch mal ein besseres, immerhin fuer 10 $ die Nacht, kann man schon sehr gut aushalten.

Die letzten Tage waren wir also in Assuan und Luxor. Eigentlich wollte ich mich schon aus Luxor melden, aber die Seite war nicht erreichbar, daher jetzt eine kurze Zusammenfassung. Assuan war sehr schoen… es wirkt wie eine verschlafene Stadt am Nil, auch wenn die Stadt wohl ueber 250.000 Einwohner hat. Wir sind ein wenig auf dem Nil geschippert bzw. haben uns schippern lassen – und dabei festgestellt, dass Jordanien eindeutig ein solcher Fluss fehlt. Vor allem Amman – eine Grossstadt hat einfach viel mehr Flair mit einem Fluss. Von Kairo war ich schon begeistert, eine super Stadt, wenn auch mit Macken (schlimm ist vor allem der Verkehr und die Luft, im Sommer muss es die Hoelle sein). Wie auch immer, in Assuan haben wir einen Tempel angeschaut, sind ein wenig in einem nubischen Dorf herumgelaufen, wie erwaehnt Felucca gefahren und wir waren auf dem Assuan-Staudamm. Den fand ich bei weitem nicht so beeindruckend, wie man es sich vorstellen koennte, aber der Blick auf Lake Nasser ist toll. Im Nubischen Museum, wo wir auch noch drin waren, konnte man dann erfahren, wie viele der Tempel etc “umgesiedelt” wurden, da sie jetzt sonst unter Wasser stuenden. Die Statuen von Abu Simbel sind heute z.B. 60 Meter hoeher im Fels als vorher, wurden also ab- und wieder aufgebaut. Der Tempel, in dem wir waren (Philae Tempel) ist heute auch auf einer anderen Insel.

Ein wenig chaotisch war das Uebernachten in Assuan. Es gibt dort ein deutsches Krankenhaus, wir hatten uns eigentlich per Mail angekuendigt, aber es gab ein paar Kommunikations-Probleme und so war nur ein Zimmer frei. Dass wir 3 in einem Zimmer schlafen koennten, war undenkbar wegen “ethischen Grundsaetzen”. Ging dann aber doch, weil Eva in einem Klappbett in einem anderen Zimmer schlafen konnte. Hotelmaessig war auch nicht viel frei, da die Aegypter gerade Ferien haben (wie unsere Jungs in der TSS) und daher selbst vom etwas kuehleren Norden in den Sueden Aegyptens reisen.

Nach 2 Tagen Assuan sind wir am naechsten Morgen um 6 Uhr mit dem Zug nach Luxor gefahren. Am Bahnhof wurden wir von Leuten umlagert, die uns ihr tolles Hotel anpreisen wollten und haben dann am Ende ein 2-Sterne-Hotel fuer fast 3 Euro pro Person und Nacht inkl. Fruehstueck genommen. ICH war ja fuer ein anderes – so oder so war das, was wir gewaehlt hatten total versifft, aber das Bett schien relativ sauber, fuer eine Nacht gings dann doch. Am naechsten Morgen war dann die Ueberraschung da, als das Wasser natuerlich kalt war und wir kalt duschen mussten. Naja, was will man bei dem Preis auch erwarten… das, was ich gewaehlt haette haette aber sogar nur die Haelfte gekostet, wer weiss, wie das dann gewesen waere.

In Luxor haben wir dann am ersten Tag Mittags die 2 Tempel der Eastbank angesehen. Die Saeulenhalle des Karnaktempels ist schon sehr beeindruckend und die groesste dieser Art weltweit. Am zweiten Tag haben wir ein Taxi gemietet und uns in der Westbank zu ein paar Sachen bringen lassen. Das Tal der Koenige mit den Grabkammern von z.B. Tutanchamun oder Ramses II war sehr interessant. Leider darf man nur 3 Graeber besichtigen, 2 von 3 empfohlenen unseres Reisefuehrers waren gerade geschlossen, und das von Tutanchamun kostet alleine mehr Eintritt als die 3 anderen zusammen. So sind wir dann in 3 andere, die auch empfohlen wurden, marschiert, was sich auf jeden Fall gelohnt hat. Unglaublich, wie sich die Farben teilweie gehalten haben nach all der Zeit. Wir waren noch im Habu-Tempel, im Tal der Koeniginnen (noch mehr Graeber, das von Nofretete war natuerlich zu), bei 2 grossen Statuen und beim Tempel der Hatshepsut. Der war nicht wirklich beeindruckend, ausserdem war ueberall viel zu viel los – da werden Touristen durchgeschleust, das ist echt nicht mehr schoen :-)

Irgendwann stumpft man auch ab, man kann das, was man sieht, gar nicht mehr so wuerdigen und nicht mehr so staunen, weil es sich doch wiederholt. Gelohnt hats sich aber auf jeden Fall. Nachmittags haben wir uns dann in den Bus gesetzt und sind von 5 Uhr Nachmittags bis 11 Uhr heute Morgen gefahren, bis wir in Dahab waren. Neben mir sass ein Araber, mit dem ich mich erst unterhalten und Handy-Nr austauschen musste, und dann bin ich irgendwann nachts aufgewacht mit seinem Kopf auf meiner Schulter… naja. Ich war nicht so begeistert, aber er hat halt geschlafen. Irgendwie hab ichs dann geschafft, den Kopf wegzukriegen, ohne dass er gleich aufgewacht ist. Leicht wars nicht! So was erlebt man auch nicht alle Tage. Im Hintergrund liefen dauernd irgendwelche schlechten arabischen Filme, natuerlich mit lautem Ton, aber mich hats nicht so gestoert. So oder so eine anstrengende Busfahrt. Einige standen (!) im Gang, weil sie keinen Platz hatten, und als ich mal von der Toilette wiederkam war meiner auch besetzt, so dass ich mich erst beschweren musste – immerhin hatten wir ja MIT Platz gebucht, nicht ohne oder “auf gut Glueck”.

Genug geschrieben, wir wollen gleich was essen gehen, die Std Internet ist eh rum, ich freue mich auf morgen (richtig ausspannen nach all dem Stress) und melde mich spaetestens aus Amman wieder!

ein letztes Mal aus Kairo…

admin | Januar 24th, 2005 - 18:20

Hallo ihr Lieben,

heute Nacht um 12:30 gehts los mit dem Zug nach Assuan, d.h. nach Oberaegypten. 12 Stunden Fahrt stehen vor uns, allerdings 1. Klasse, insofern duerfte es nicht sooo schlimm werden. Und Nachts kann man ja vielleicht auch mal ein Auge zukriegen… Heute waren wir noch einmal im Islamischen Viertel auf dem Basar, was noch einmal ganz nett war. Da es aber in Luxor und Assuan auch Maerkte gibt, werden wir sowas trotzdem noch genug zu Gesicht bekommen. Es ist immer wieder interessant, wie die Haendler versuchen, einen zu ihren Sachen zu locken. Wir waren ausserdem auf dem Minarett einer Moschee, von wo aus man einen schoenen Blick auf das (ziemlich versiffte) Viertel hatte. Wir waren naemlich zuerst auf dem Markt der Einheimischen, und da sehen die Haeuser doch sehr heruntergekommen aus.

Gestern habe ich erstmal bis Nachmittags gegammelt. Ich hatte ziemliche Rueckenschmerzen und wir wollten uns sowieso ein wenig ausruhen, da die naechste Woche sicher schoen, aber eben auch anstrengend werden wird. Am Nachmittag waren wir dann mit im Gottesdienst von Herrn Knolle, der auch ziemlich gut war. Abends sassen wir in einem Cafe in einer Mall, und schliesslich endete der Abend noch in einem Uno-Spiel bei Knolles zu Hause, mit Chips und Bier – war sehr lustig, weil wir dann noch ein anderes Spiel gespielt haben, wo man schnell in die Mitte auf den Kartenstapel schlagen musste, das gab doch einige witzige Momente.

Alexandria ist eine schoene Stadt, besonders wegen der Lage am Meer. Allerdings war gerade am Freitag der Tag der Kinder. Wie schon geschrieben, war ja das Opferfest, das 4 Tage dauert, und ein Tag gehoert den Kindern. Leider sind die Kinder auch hier sehr aufdringlich, was zur Folge hatte, dass man alle 30 sek ein “Whats your name” oder Aehnliches hoeren konnte. Man kann sich nicht vorstellen, wie nervig das auf Dauer ist, man bekommt einen regelrechten Hass auf die Kinder, die sich teilweise aber – abgesehen von ihrem bloeden Gelaber – wirklich unmoeglich verhalten, d.h. z.B. einen anfassen etc. Wir waren doch sehr gestresst davon. Generell war einfach viel zu viel los. Die Bibliothek von Alexandria hatte leider wegen der Feiertage geschlossen, aber von aussen ist das auch schon ein imposantes Gebaeude (ein Neubau), dafuer waren wir in Katakomben, in denen man glatt einen Horrorfilm drehen koennte. Unser Hotel war ganz OK, ein Dreibettzimmer, allerdings kein eigenes Bad, inkl. Fruehstueck 5,50 EUR pro Nase. Duschen war eh nicht empfehlenswert, da das Wasser kalt war, daher war das mit dem Bad kein Problem.

Am 2. Tag ging es Nachmittags schon zurueck fuer uns, am Vormittag haben wir uns daher ein Taxi geschnappt und sind nach El Alamein gefahren, ca. 120 km westlich von Alexandria. Dort waren wir in den Gedenkstaetten der Deutschen und der Italiener und auf dem Soldatenfriedhof des Commonwealth. Bei den Italienern koennte man meinen, sie haetten gewonnen, das deutsche Mahnmal sieht irgendwie aus, als haetten es die Nazis entworfen – so bleibt einzig der Soldatenfriedhof der Briten, bei dem man ein wenig ein beklemmendes Gefuehl bekommt. Gelohnt hat es sich trotzdem, auch wenn es eine “teure” Fahrt wurde, weil der Taxifahrer keine Lizenz hatte, ausserhalb von Alexandria zu fahren (die Stelle war zu, wo man sie bekommen kann), wir in eine Kontrolle kamen und er dann 100 Pfund (ca. 12,5 Euro) zahlen musste. War zwar sein Fehler, aber er war ein netter Kerl, so haben wir ihm 60 davon gezahlt. Die Preise erscheinen laecherlich, aber es ist echt viel Geld fuer einen Taxifahrer in Aegypten – der regulaere Preis ohne die Strafe war 140 Pfund (20 Euro) fuer 5 Stunden und 230 km, also nix im Vergleich zu Deutschland und fuer 3 Leute echt ok. Fuer uns waren die 60 Pfund also nicht viel, er haette an der Fahrt aber nix mehr verdient, wenn man den Benzinpreis dazu rechnet – also ein sozialer Akt von uns ;-)

So, viel mehr gibt es nicht zu berichten, wir sind gespannt auf den 2. Teil unserer Reise. Ich schaue mal, wann ich mich wieder melden kann. An dieser Stelle nochmal alles Gute fuer meine Schwester, die heute 15 wird – Happy Birthday :-D