Ägypten

Über den Reisebericht

Der Reisebericht handelt von einer knapp dreiwöchigen Individual-Ägypten-Reise im Jahr 2005. Der Bericht umfasst Impressionen und Erlebnisse aus den einzelnen Stationen unserer Reise und darüber hinaus einige Verhaltens- und Besichtigungstipps.

Besuchte Orte in Ägypten

Von uns besuchte (und damit im Reisebericht auftauchende) Orte sind Kairo, die Pyramiden von Gizeh, Alexandria, Luxor, das Tal der Toten, Assuan sowie Dahab. Mit Ausnahme von Abu Simbel konnten damit auf der Reise die wichtigsten Sehenswürdigkeiten “abgeklappert” werden.

Karte Google Maps (noch nicht fertig)

Anreise, Einreise und Herumgereise

Hinter dieser leicht albernen Überschrift verstecken sich Informationen zum Transport im Allgemeinen. Die Anreise erfolgte bei uns über Land, was eine günstige, dafür aber zeitlich und nervlich fragwürdige Methode darstellt. Von Amman, Jordanien aus ging es mit dem Bus nach Aqaba, von dort mit der Fähre an den Sinai (Taba, wenn ich mich recht erinnere) und von dort wiederum weiter mit dem Bus in die Haupstadt Ägyptens: Kairo. Die Fahrt sollte eigentlich 21 Stunden dauern, statt dessen waren wir 32 Std lang unterwegs: In Aqaba mussten wir ewig auf die Fähre warten und unser ägyptischer Reisebus hatte eine Panne. Die Fähre war völlig ueberfüllt mit ägyptischen Gastarbeitern, die zur Ferienzeit nach Hause wollten (in Jordanien sind Ägypter Billig-Arbeitskräfte). Mit Verspätungen und neugierigen Sitznachbarn (wir waren die einzigen Ausländer im Bus) muss man leben können. Auch erwähnenswert: Die Toilette an Bord der Fähre war derart ekelhaft, dass unser weibliches Gruppenmitglied zum ersten Mal in ihrem Leben vor Ekel heulen musste…

Die Einreise nach Ägypten erfolgt für deutsche Staatsbürger völlig problemlos. Am Flughafen ist dies sicher überhaupt kein Thema, auf dem Landweg mussten wir mit dem Gepäck inmitten all der Gastarbeiter teilweise etwas länger warten, konnten aber dann zügig einreisen.

Umhergefahren sind wir in Ägypten mit öffentlichen Verkehrsmitteln (Bus und U-Bahn in Kairo, Taxi für Tagesausflüge, Bahn und Überlandbus von Stadt zu Stadt). All dies lässt sich recht einfach vor Ort lösen. Taxis sind günstig, so dass diesen Dienst auch mal für einen ganzen Tag in Anspruch nehmen kann, um bequem und schnell zu etwas entlegeneren Gebieten zu kommen. Bus- und Bahnfahren quer durch Ägypten ist wieder eher etwas für Abenteurer: Meist ist man der einzige Ausländer, gerne werden mehr Leute mitgenommen als Plätze vorhanden sind (so dass Passagiere dann im Bus bei einer Nachtfahrt im Gang stehen mussten), Araber sind eher weniger berührungsempfindlich und so kann es schon mal sein, dass man aufwacht, weil der Sitznachbar es sich mit seinem Kopf auf der eigenen Schulter bequem gemacht hat. Immerhin ist der Kauf der Tickets – wenn man weiß, wo man hin möchte – relativ einfach, auch ohne Arabischkenntnisse. Auf jeden Fall sollte man darauf achten, definitiv einen Sitzplatz gebucht zu haben (was nach einer Pinkelpause mich nicht davor bewahrt hat, einen Ägypter von meinem Platz vertreiben zu müssen).

Kairo

Genug der Vorrede – kommen wir zu den Sehenswürdigkeiten und Städten/Stätten des Landes, angefangen mit der Hauptstadt. Definitiv nicht empfehlenswert: Kairo im Hochsommer. Der Smog war schon im Frühling für unsere Verhältnisse stark, insofern kann ich nur davon abraten, zur heißesten Jahreszeit herumreisen zu wollen.

Wir übernachteten – etwas ungewöhnlich – beim Pfarrer der Deutschen Gemeinde in Kairo: Luxus mit eigenem Zimmer und Bad und der einzigen Bedingung, morgens gemeinsam zu frühstücken. Damit kann man gut leben! Unheimlich war nur, dass sich in derselben Straße, in der das Wohnhaus steht, ein (Mutmaßung!) Gebäude des Geheimdienstes befindet, wo Gefangene hingebracht werden. So sahen wir unter anderem einen Mann mit Handschellen sowie einen weiteren mit verbundenen Augen, der abgeführt wurde – mitten im Wohngebiet! Die Straße dort war dementsprechend gesichert. Insofern waren wir immer bemüht, diesen Abschnitt schnell hinter uns zu bringen, um uns ins Getümmel der 15-Millionen-Metropole zu stürzen.


Mittags sind wir auf eigene Faust losgezogen und im Koptischen Viertel gelandet, wo wir doch einige schoene Plaetze gesehen haben, u.a. einen alten Friedhof, wo die Menschen die Gruften und Mausoleen in Haeuser umgebaut haben und drin wohnen – unglaublich! Unsere Arabischkenntnisse haben einige Wachpolizisten verbluefft, wir haben einige nette Gespraeche gefuehrt, war schon ein sehr schoener Tag. Schliesslich haben wir noch in einem Souvenirshop ein paar Sachen gekauft, nach ewigem Handeln… der Verkaeufer war aber total cool, konnte ein wenig Deutsch und hat uns bzw. mir dann eine Anubis-Statue angedreht – das Teil ist super, aber ein wenig schwer, leider. Schon interessant, wie stark die im Preis runtergehen (und wahrscheinlich immer noch ein super Geschaeft machen).

Heute waren wir bei den Pyramiden in Gizeh und in Saqqara, es war toll und aetzend zugleich. Toll, weil es schon sehr beeindruckend ist (die Groesse alleine schon, in Saqqara die Hieroglyphen in den Grabanlagen), aetzend, weil total ueberlaufen von bloeden Touristen *g*. Schlimmer sind aber die teilweise unverschaemt aufdringlichen Haendler, Leute, die ungefragt etwas ueber die historischen Staetten erzaehlen und dann Bakschisch (Trinkgeld) wollen und die Bettler – auf Dauer ist das unheimlich nervig und anstrengend, und irgendwann reagiert man wirklich ungehalten und wird sauer. Spaetestens, wenn die fuenfte Frau mit ihrem Kind auf dem Arm ankommt und Geld will und dann, wenn man nix gibt, “Asshole” hinter einem herruft. Ich gebe ja gerne, aber ich bin echt nicht die Wohlfahrt und kann nicht jedem Geld geben, ich muss ja auch sehen wo ich bleibe. Naja, es sind halt so viele Touristen hier, die wissen hier halt wie sie es anstellen muessen.
Wir hatten heute einen Taxifahrer fuer einen Tag gemietet, das war schon auesserst praktisch, weil billig und bequem. Gestern sind wir dauernd U-Bahn gefahren, die spottbillig ist. Kairo ist uebrigens die einzige Stadt Afrikas mit einer U-Bahn. Ich bin ziemlich fertig, wir werden jetzt zurueck zur Wohnung laufen und schlafen gehen, denn morgen geht es schon wieder frueh los, ins Aegyptische Museum in Kairo, danach wohl ins Islamische Viertel. Ich haette noch viel zu berichten, hoffentlich weiss ich noch alles, wenn ich zurueck komme
Freitag wollen wir wohl weiter nach Alexandria. Ich denke, ich komme nochmal in ein Internetcafe und kann mich nochmal auf diesem Wege melden.

So, 2 Tage sind inzwischen vergangen, und da wir eben nichts mehr vorhatten, sitzen wir alle 3 im Internetcafe – und ihr kommt in den Genuss eines kurzen Berichtes meinerseits!
Gestern waren wir also tatsaechlich im Aegyptischen Museum. Es werden wohl um die 100.000 Stuecke ausgestellt, und genau so fuehlt man sich auch, wenn man es betritt. Man weiss nicht, wo man anfangen soll, und wenn man erstmal eine zeitlang herumgelaufen ist, schwindet die anfaengliche Begeisterung doch, und man schaut eher fluechtig auf die meisten Ausstellungsstuecke.  Die Sarkophage z.B. sind natuerlich interessant, aber spaetestens nach dem 10. sehen alle gleich aus. Man hat auch irgendwie den Eindruck, dass einfach alles ziemlich planlos reingestellt wurde, irgendwie ist es ein Chaos und kein wirklich gutes Museum – der Schatz von Tutenchamun z.B. war dann aber doch absolut sehenswert, ebenso einige andere Dinge, teilweise schon unglaublich. Wir waren dann noch im Mumiensaal, wo man natuerlich extra Eintritt zahlen musste (mehr als fuer den Rest des Museums), was dann aber immerhin noch ein Hoehepunkt war. Leider kam eine Gruppe Japaner rein, die dann die Ruhe gestoert hat…. wie es halt so ist.
Wir kommen ueberhaupt in bisher alles (Ausnahme: die Pyramiden) zum Studententarif rein, weil wir ein Schreiben von der TSS haben, dass wir Volontaere in Jordanien sind und praktisch unentgeltlich arbeiten. Ist schon recht nett, weil die normalen Preise doch hoch sind (nicht im Vergleich zu Eintrittspreisen in Deutschland, aber eben fuer uns) – und es laeppert sich halt doch mit der Zeit.
Spaeter waren wir noch im Islamischen Viertel, wo wir durch den Basar gelaufen sind – unglaublich, wie viele kleine Touri-Shops es da gibt, das muss man gesehen haben. Mir hat es richtig Spass gemacht, durchzulaufen – manche Haendler sind zwar aufdringlich, aber generell ist es doch sehr schoen. Und das Handeln macht auch immer mehr Spass, wenn man einmal raus hat wie man es anstellen muss.
Am Abend sassen wir mit Konrads, Jessica und Christoph (der alleine eine Nordafrika Tour gemacht hat, ein halbes Jahr lang, nachdem er mit der Schule fertig war – mit 18 allein in der Islamischen Welt rumreisen, Respekt!) zusammen, was ein sehr netter Abend war. Wir haben wirklich Glueck, dass wir bei Herrn Konrad untergekommen sind, man bekommt wirklich schon ein schlechtes Gewissen, wenn man sieht, was fuer uns gemacht wird (heute z.B. Waesche waschen, jeden Tag Fruehstueck). Wir muessen uns noch irgendwie revanchieren.
Heute waren wir auf der Zitadelle. Von dort hat man einen schoenen Blick auf Kairo. Ausserdem gab es ein Polizeimuseum, das so schlecht war, dass es schon wieder gut war (nein, stimmt nicht, es war absolut mies) und ein Militaermuseum, in dem die glorreiche Aegyptische Armee und Mubarak gepriesen wurden – langweilig, aber die Darstellung war interessant. Ansonsten sind wir noch durch Downtown gelatscht, waren vorhin im Hilton-Hotel, um mal zu schauen, wie es von Innen aussieht, und am Nachmittag in der “City of Death”, wo ebenfalls Leute auf dem Friedhof gebaut haben und wohnen. Die Gegend ist aber richtig mies, und so standen ploetzlich 3 Maenner und ein Polizist vor uns und meinten, wir sollten gehen, es sei gefaehrlich. Der eine hat uns dann verfolgt, bis wir im Taxi sassen
Jaaaa…. und dann ist gerade Opferfest in der Islamischen Welt. Teilweise war Blut auf den Strassen, ueberall lagen blutige Schafsfelle umher, und Steffen und ich haben die Schaechtung einer Kuh mit angesehen – mitten in Kairo auf dem Buergersteig. Den Schnitt haben wir nicht gesehen, weil zu viele Leute drum rum standen, aber sehr wohl den offenen Hals und wie lange die Kuh noch gelebt hat, bevor sie endlich tot war. Ich finde es schon sehr pervers, ein Tier auf diese Art und Weise zu toeten und ihm unnoetig Schmerzen zuzufuegen, aber es ist eben die Kultur. Ein wenig komisch war mir danach dann schon, nicht schlecht, aber ich war nicht gerade froehlich. Aber es war interessant, es zu sehen. Ein Mann hat z.B. seine Hand in das frische Blut auf dem Boden gedrueckt, ich weiss allerdings nicht warum. Ein anderer hat die Arme nach oben geworfen, als der Schnitt geglueckt war – die Kuh hat vorher allerdings auch wirklich 6-8 Mann in Schach gehalten, die sich alle auf sie gestuerzt haben.
Heute wurden wir ansonsten von Kindern genervt (“Hello”, “Welcome”, “What is your name”) – 2 Mal mag das OK sein, dann wird es nur noch aetzend, vor allem, weil sie aufdringlich sind und dann dumm lachen muessen. Kindisches Verhalten, ich weiss nicht, warum sie sich gegenueber Touristen so verhalten muessen. Wahrscheinlich gibt es oft irgend etwas abzustauben.
Gestern sind wir auf einen richtig tollen Trick hereingefallen. Wir haben ein Pizza-Restaurant gesucht, und ein Mann meinte, er wuerde uns eins zeigen. Zufaellig lag sein Shop auf dem Weg, und so wurden wir hereingebeten und uns ein Tee angeboten. Sollte “Beduin Hospitality” sein. Dann fing er bloederweise an, uns seine Papyrus-Bilder andrehen zu wollen, und nachdem dann irgendwann klar war, dass keiner etwas kaufen will, hat man richtig gemerkt, wie sauer er wurde – der Tee kam dann auch nicht mehr, weil angeblich der Coffeeshop gerade Pause hatte. Dummes Geschwaetz, ich war dann auch leicht sauer, weil es unheimlich dreist war. Man weiss dann irgendwann nicht mehr, wem man trauen kann, und selbst Leuten, die einem wirklich helfen wollen begegnet man dann misstrauisch. Das ist in Jordanien deutlich angenehmer. Aber wir hatten auch hier schon nette Begegnungen, so ist es nicht.
Morgen geht es auf nach Alexandria, mit dem Zug. Wir wollen wohl eine Nacht dort bleiben und dann zurueck nach Kairo, dort nochmal 2 Tage bleiben und dann den Norden hinter uns lassen und nach Assuan und Luxor weiterreisen (Tal der Koenige, der Staudamm, Tempelanlagen, Fahrt auf dem Nil usw).
Ich melde mich wieder, bisher war es echt toll, wenn auch Zeitweise arg anstrengend bei dem vollgepackten Plan, viele liebe Gruesse (immer noch) aus Kairo, Sebastian
Wer den Ort nicht kennt, kein Wunder – es ist ein Touristen-Kaff  85 km noerdlich von Sharm-el-Sheik, was euch eher ein Begriff sein duerfte. Wir sind also an der Kueste des Roten Meeres, uebermorgen nehmen wir dann einen Bus nach Nuveiba, von wo aus die Faehre nach Aqaba faehrt, wo wir nochmal eine Nacht pennen wollen, bevor wir dann zurueck nach Amman kommen.
Hier ist es wie ich es erwartet habe, halt total auf Touristen ausgelegt, morgen werden wir einen ganzen Tag am Strand einlegen, mit Schnorcheln (wir sind ja hier im “Taucherparadies”), heute sind wir nur rumgelaufen und haben nur die Wassertemperatur gecheckt. Zum Baden langts wohl. Ansonsten ist es schoen warm hier, man kann locker mit T-Shirt und kurzer Hose rumlaufen. In Luxor war es gestern noch waermer. Unser Hotel ist auch mal ein besseres, immerhin fuer 10 $ die Nacht, kann man schon sehr gut aushalten.
Die letzten Tage waren wir also in Assuan und Luxor. Eigentlich wollte ich mich schon aus Luxor melden, aber die Seite war nicht erreichbar, daher jetzt eine kurze Zusammenfassung. Assuan war sehr schoen… es wirkt wie eine verschlafene Stadt am Nil, auch wenn die Stadt wohl ueber 250.000 Einwohner hat. Wir sind ein wenig auf dem Nil geschippert bzw. haben uns schippern lassen – und dabei festgestellt, dass Jordanien eindeutig ein solcher Fluss fehlt. Vor allem Amman – eine Grossstadt hat einfach viel mehr Flair mit einem Fluss. Von Kairo war ich schon begeistert, eine super Stadt, wenn auch mit Macken (schlimm ist vor allem der Verkehr und die Luft, im Sommer muss es die Hoelle sein). Wie auch immer, in Assuan haben wir einen Tempel angeschaut, sind ein wenig in einem nubischen Dorf herumgelaufen, wie erwaehnt Felucca gefahren und wir waren auf dem Assuan-Staudamm. Den fand ich bei weitem nicht so beeindruckend, wie man es sich vorstellen koennte, aber der Blick auf Lake Nasser ist toll. Im Nubischen Museum, wo wir auch noch drin waren, konnte man dann erfahren, wie viele der Tempel etc “umgesiedelt” wurden, da sie jetzt sonst unter Wasser stuenden. Die Statuen von Abu Simbel sind heute z.B. 60 Meter hoeher im Fels als vorher, wurden also ab- und wieder aufgebaut. Der Tempel, in dem wir waren (Philae Tempel) ist heute auch auf einer anderen Insel.
Ein wenig chaotisch war das Uebernachten in Assuan. Es gibt dort ein deutsches Krankenhaus, wir hatten uns eigentlich per Mail angekuendigt, aber es gab ein paar Kommunikations-Probleme und so war nur ein Zimmer frei. Dass wir 3 in einem Zimmer schlafen koennten, war undenkbar wegen “ethischen Grundsaetzen”. Ging dann aber doch, weil Eva in einem Klappbett in einem anderen Zimmer schlafen konnte. Hotelmaessig war auch nicht viel frei, da die Aegypter gerade Ferien haben (wie unsere Jungs in der TSS) und daher selbst vom etwas kuehleren Norden in den Sueden Aegyptens reisen.
Nach 2 Tagen Assuan sind wir am naechsten Morgen um 6 Uhr mit dem Zug nach Luxor gefahren. Am Bahnhof wurden wir von Leuten umlagert, die uns ihr tolles Hotel anpreisen wollten und haben dann am Ende ein 2-Sterne-Hotel fuer fast 3 Euro pro Person und Nacht inkl. Fruehstueck genommen. ICH war ja fuer ein anderes – so oder so war das, was wir gewaehlt hatten total versifft, aber das Bett schien relativ sauber, fuer eine Nacht gings dann doch. Am naechsten Morgen war dann die Ueberraschung da, als das Wasser natuerlich kalt war und wir kalt duschen mussten. Naja, was will man bei dem Preis auch erwarten… das, was ich gewaehlt haette haette aber sogar nur die Haelfte gekostet, wer weiss, wie das dann gewesen waere.
In Luxor haben wir dann am ersten Tag Mittags die 2 Tempel der Eastbank angesehen. Die Saeulenhalle des Karnaktempels ist schon sehr beeindruckend und die groesste dieser Art weltweit. Am zweiten Tag haben wir ein Taxi gemietet und uns in der Westbank zu ein paar Sachen bringen lassen. Das Tal der Koenige mit den Grabkammern von z.B. Tutanchamun oder Ramses II war sehr interessant. Leider darf man nur 3 Graeber besichtigen, 2 von 3 empfohlenen unseres Reisefuehrers waren gerade geschlossen, und das von Tutanchamun kostet alleine mehr Eintritt als die 3 anderen zusammen. So sind wir dann in 3 andere, die auch empfohlen wurden, marschiert, was sich auf jeden Fall gelohnt hat. Unglaublich, wie sich die Farben teilweie gehalten haben nach all der Zeit. Wir waren noch im Habu-Tempel, im Tal der Koeniginnen (noch mehr Graeber, das von Nofretete war natuerlich zu), bei 2 grossen Statuen und beim Tempel der Hatshepsut. Der war nicht wirklich beeindruckend, ausserdem war ueberall viel zu viel los – da werden Touristen durchgeschleust, das ist echt nicht mehr schoen
Irgendwann stumpft man auch ab, man kann das, was man sieht, gar nicht mehr so wuerdigen und nicht mehr so staunen, weil es sich doch wiederholt. Gelohnt hats sich aber auf jeden Fall. Nachmittags haben wir uns dann in den Bus gesetzt und sind von 5 Uhr Nachmittags bis 11 Uhr heute Morgen gefahren, bis wir in Dahab waren. Neben mir sass ein Araber, mit dem ich mich erst unterhalten und Handy-Nr austauschen musste, und dann bin ich irgendwann nachts aufgewacht mit seinem Kopf auf meiner Schulter… naja. Ich war nicht so begeistert, aber er hat halt geschlafen. Irgendwie hab ichs dann geschafft, den Kopf wegzukriegen, ohne dass er gleich aufgewacht ist. Leicht wars nicht! So was erlebt man auch nicht alle Tage. Im Hintergrund liefen dauernd irgendwelche schlechten arabischen Filme, natuerlich mit lautem Ton, aber mich hats nicht so gestoert. So oder so eine anstrengende Busfahrt. Einige standen (!) im Gang, weil sie keinen Platz hatten, und als ich mal von der Toilette wiederkam war meiner auch besetzt, so dass ich mich erst beschweren musste – immerhin hatten wir ja MIT Platz gebucht, nicht ohne oder “auf gut Glueck”.
Genug geschrieben, wir wollen gleich was essen gehen, die Std Internet ist eh rum, ich freue mich auf morgen (richtig ausspannen nach all dem Stress) und melde mich spaetestens aus Amman wieder!
Gemein! Vorgestern noch am Roten Meer gelegen, und heute muss man schon wieder die Winterjacke auspacken. Wir sind zurück in Amman, früher als geplant – nachdem mal wieder nicht alles so geklappt hat, wie es eigentlich sollte.
Wir hatten beschlossen, keine Wüstensafari zu machen, wie wir erst angedacht hatten und so einen Tag früher zurück zu fahren. Gestern sind wir also mit dem Bus nach Nuveiba gefahren, wo wir die Fähre nach Aqaba genommen haben. Es war das reinste Chaos, allein schon am Ticketschalter. Leider kostete ein Ticket 55 $, da gestern nur das Schnellboot gefahren ist. Die Fährlinie hat eine schnelle Fähre, die nur 1 Std statt 3 Std fährt, aber eben auch 3x so teuer ist. Wir mussten in den saueren Apfel beißen, da wir keine Lust hatten, mit dem ganzen Gepäck ein Hotel in Nuveiba zu suchen, das wäre noch stressiger gewesen. Damit fiel dann aber auch der Plan, in Aqaba eine Nacht zu bleiben, da es uns jetzt doch zu teuer geworden war und wir sowieso keine Lust mehr hatten – die ewige Warterei, nervige Araber, die sich hemmungslos vordrängeln, der hohe Preis – unsere Laune war zumindest kurzzeitig im Keller. Dann haben wir noch erfahren, dass der Bus, den wir nach Amman nehmen wollten um 18 Uhr nicht mehr fährt (zu diesem Zeitpunkt waren wir dann nämlich endlich in Aqaba), glücklicherweise hat aber dann doch alles geklappt, weil wir mit 3 Arabern in einem Minibus nach Amman gefahren sind. Die 3 waren ganz nett und haben uns noch gleich zum Mansaf-Essen demnächst mal eingeladen. Um Mitternacht waren wir dann endlich wieder in der TSS.
Ich war echt froh, auch, dass unser ganzes Gepäck unbeschadet angekommen ist. Ich habe diverse Shisha-Teile gekauft, die ganzen Töpfe aus Glas, das war schon heikel – und die wahrscheinlich knapp 50 cm große Anubis-Statue war auch nicht gerade leicht zu transportieren. Tja, selbst schuld, hätte den Kram ja nicht kaufen müssen.
Wir hätten übrigens auch über Israel auf dem Landweg einreisen können, kam für uns aber nicht in Frage, da wir Angst haben, irgend einen Stempel in den Pass zu bekommen, und dann wäre unsere geplante Reise in den Libanon und nach Syrien gleich im Vorfeld aus gewesen, da die beiden Staaten mit Israel ja netterweise immer noch keinen Friedensvertrag haben.
Der kurze Rote-Meer-Aufenthalt am Ende hat sich aber auf jeden Fall gelohnt, es war doch entspannend und angenehm. Schnorcheln kann echt interessant sein, wie ich herausgefunden habe – muss ich in Aqaba dann nochmal machen, denn das ist ja auch ein Taucherparadies. Unser Hotel war auch ganz gut, zum Schluss mal ein besseres zu nehmen war eine gute Wahl. Ganz überzeugend war es dann aber doch nicht, denn es ist doch ziemlich laut, weil es direkt im Zentrum liegt (hat trotzdem Meerblick) und weil wir beim Verlassen des Zimmers gestern etwas gefunden haben, was doch verdächtig nach einer Kakerlake ausssah. Zusammenfassend kann ich nur sagen, dass uns der Ägypten-Urlaub doch sehr gut getan und gut gefallen hat. Zwar nerven die Touristenmassen, die man teilweise antrifft, und noch mehr die Ägypter selbst (Jordanier sind definitiv netter & angenehmer), aber auch hier gibt es natürlich Ausnahmen, und das Land selbst ist super und auf jeden Fall eine Reise wert. Das war dann auch unser Fazit – vom Land her schöner als Jordanien, von den Leuten her sind wir aber doch froh, hier zu sein.